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Die Stadt der Nibelungen

Worms. Die Stadt der Legenden, der sagenumwobenen Sagengestalten und eine Stadt voller Abenteuer. Tolle Aussichten, die den nicht gerade kurzen Radweg nach Worms mehr als rechtfertigen. Doch wieviel ist an dem Mythos dran? Mit dieser Frage machte ich mich zusammen mit drei edlen Rittern auf den Weg, das Schwert jederzeit bereit. Außer ein paar Autos gab es unterwegs nicht viel zu sehen, geschweige denn zu bekämpfen. Das war auch besser so, denn ein Kumpane hatte schon genug mit sich selbst zu kämpfen. Nach einer relativ unspektakulären Fahrt kam ein Turm in Sicht. Es konnte nur der Nibelungenturm sein, dass wussten wir. Davor lag eine Brücke, vermutlich die Nibelungenbrücke. Der Pfad darauf war schmal, geradezu verdächtig schmal. Plötzlich kamen drei Gestalten auf uns zu, Gnome, wie ich bald feststellte. Kurz das Schwert gezückt, nicht der Rede wert. Wir gingen weiter durch das Stadttor. ''Die Waffen könnt ihr anbehalten'', hieß es nur. Warum nicht, schließlich hat doch niemand etwas gegen ein paar Schwertkämpfe. Die Navigation fiel nicht besonders schwer, obwohl an jeder Ecke die Nibelungen präsent waren. Nachdem wir der Nibelungenstraße folgten, an der Nibelungenpizzeria vorbeifuhren, kurz an den Nibelungen- WCs halt machten und den Nibelungenplatz überquerten, fanden wir uns, wer hätte es gedacht, im Nibelungenmuseum ein. Wir freuten uns auf viele interessante Relikte einer längst vergangenen Zeit, doch wir bekamen nur Audiogeräte. 42 Stationen gab es. Ein Hinweis auf die letzte aller Fragen? Das lies wieder Hoffnung aufkommen. Über Infrarot bekamen wir geheimnissvolle Gesänge zugespielt, womöglich Originalaufnahmen? Man weiß es nicht. Dann sprach eine Stimme zu uns, die immer von den Menschen redete. Unklar war aber, um was für ein Wesen es sich handelte, jedenfalls schien er den Menschen weit überlegen. Er erzählte uns etwas über Helden, Drachen, Liebe und Verrat, eingebettet in die Sage der Nibelungen. Am Ende stand deren Untergang, mit der letzten aller Fragen hatte das aber herzlich wenig zu tun. Daher war der Museumsbesuch nur bedingt lohnenswert, vor allem, weil wir einige Goldmünzen dafür hinlegen mussten. Doch unser Budget reichte noch für eine Pizza, die wir brüderlich teilten und den Besuch in einer Eisdiele, die überraschenderweise kein Nibelungeneis führte. Naja, dann mussten eben die klassischen Sorten rangezogen werden. Zur allgemeinen Überraschung ereignete sich danach nichts Erwähnenswertes mehr, obwohl wir die Fahrräder unbeobachtet ließen. Wir hatten die Waffen also völlig umsonst anbehalten, der Stadtwächter hatte sich wohl einen Spaß erlaubt. Da wir alle in Gönnerlaune waren, beschlossen wir, ihn auf dem Rückweg in Ruhe zu lassen. Etwas erschöpft verließen wir Worms, dass sich als eine gewöhnliche Kleinstadt, in der die Nibelungensage für meinen Geschmack etwas zu viel gehypt wird, erwiesen hatte.

9.7.07 22:59
 


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